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Wer ein junges Kätzchen adoptiert, stellt sich in den ersten Wochen vor allem Fragen zu Futter, Impfungen und der perfekten Erziehung. Doch plötzlich liegt beim Staubsaugen ein winziger, spitzer Zahn auf dem Teppich, oder das Kitten fängt plötzlich an, wie wild an Möbeln und Decken herumzuknabbern. In solchen Momenten kommt bei vielen frischgebackenen Katzenhaltern die Überraschung auf. Haben unsere Stubentiger eigentlich genau wie wir Menschen ein Milchgebiss? Und wann fallen diese ersten Zähne eigentlich aus?
Tatsächlich gehen junge Katzen durch eine ganz ähnliche Entwicklung wie Menschenkinder. Der Zahnwechsel ist ein Meilenstein im Leben eines Kittens, der jedoch nicht immer völlig reibungslos verläuft. Manchmal verstecken sich hinter dem harmlosen Zahnverlust auch Schmerzen oder kleine medizinische Probleme.
In diesem Ratgeber lüften wir das Geheimnis um das Milchgebiss von Katzen. Du erfährst, wann die ersten Zähnchen sprießen, in welchem Alter der Zahnwechsel stattfindet und wie du deinem kleinen Liebling diese manchmal schmerzhafte Zeit so angenehm wie möglich machst.
Haben Katzen Milchzähne? Kurz erklärt
Ja, Katzen werden zwar zahnlos geboren, entwickeln aber in den ersten Lebenswochen ein vollständiges Milchgebiss, das später durch die bleibenden Zähne ersetzt wird.
- Die Anzahl der Zähne: Das Milchgebiss einer Katze umfasst sechsundzwanzig winzige, nadelspitze Zähnchen. Das spätere Erwachsenengebiss hat dagegen dreißig Zähne.
- Der Zeitraum des Zahnwechsels: Der Ausfall der Milchzähne beginnt meistens im Alter von etwa drei bis vier Monaten und ist in der Regel mit sechs bis sieben Monaten komplett abgeschlossen.
- Die typischen Anzeichen: Den Zahnwechsel erkennst du an vermehrtem Speicheln, vermehrtem Knabbern an Gegenständen, leichtem Mundgeruch oder daran, dass das Kitten sein Trockenfutter plötzlich verschmäht.
- Das richtige Verhalten: Unterstütze dein Kätzchen in dieser Phase mit speziellem Kauspielzeug und weichem Futter. Kontrolliere regelmäßig das Mäulchen, um sicherzustellen, dass keine Milchzähne die bleibenden Zähne blockieren.
Der Zeitplan im Katzenmäulchen: Wann welche Zähne fallen
Der Zahnwechsel bei Katzen ist ein perfekt durchgetakteter Prozess der Natur. Weil alles meistens sehr schnell geht, bemerken viele Halter den Verlust der Milchzähne gar nicht. Die winzigen Zähnchen werden beim Fressen oft einfach unbemerkt mitverschluckt, was für den Katzenkörper übrigens völlig harmlos ist.
Um das Alter eines Kittens zu bestimmen oder zu sehen, ob die Entwicklung im Zeitplan liegt, hilft dieser chronologische Ablauf:
Die ersten Lebenswochen: Das Milchgebiss entsteht
Kitten kommen komplett zahnlos auf die Welt, damit sie die Zitzen der Mutterkatze beim Säugen nicht verletzen. Ab der dritten bis vierten Lebenswoche brechen dann die Milchzähnchen durch: Den Anfang machen die winzigen Schneidezähne, dicht gefolgt von den spitzen Eckzähnen. Mit etwa acht Wochen ist das Milchgebiss mit seinen sechsundzwanzig nadelspitzen Zähnen vollständig da.
Der Wechsel: Monate drei bis vier
In diesem Alter setzt der eigentliche Zahnwechsel ein. Unter den Wurzeln der Milchzähne wachsen bereits die bleibenden Zähne heran. Sie üben Druck aus, wodurch die Wurzeln der Milchzähne schrumpfen, bis diese schlussendlich ausfallen. Den Anfang machen auch hier wieder die Schneidezähne ganz vorne im Gebiss.
Das Finale: Monate fünf bis sieben
Nun folgen die großen Fangzähne und die Backenzähne. Wenn die bleibenden Zähne durchbrechen, kann es kurzzeitig dazu kommen, dass zwei Zähne am selben Platz stehen. Dieser Zustand sollte sich jedoch nach wenigen Tagen von alleine auflösen. Spätestens im siebten Lebensmonat ist der Wechsel vorbei und deine Katze besitzt nun dreißig kräftige, bleibende Zähne, die sie ein Leben lang begleiten.
Symptome beim Zahnwechsel: So erkennst du Probleme
In den allermeisten Fällen verläuft der Verlust der Milchzähne bei Katzen völlig problemlos. Manchmal haben die kleinen Stubentiger jedoch mit Schmerzen, Entzündungen oder Druck im Kiefer zu kämpfen. Da Katzen extrem gut darin sind, Unwohlsein zu verstecken, müssen wir Halter sehr aufmerksam sein. Um die feinen Signale deines Lieblings im Alltag richtig zu deuten, hilft dir unser Ratgeber Katzen verstehen: So deutest du Verhalten und Körpersprache richtig. Ein schmerzender Zahnwechsel zeigt sich oft in ganz bestimmten Verhaltensweisen.
Achte in dieser Phase auf folgende Anzeichen:
- Verändertes Fressverhalten: Das Kitten zeigt zwar Hunger, jammert aber vor dem Napf oder rührt hartes Trockenfutter plötzlich nicht mehr an.
- Vermehrtes Knabbern: Die Katze kaut auffällig oft auf harten Gegenständen, Möbelkanten, Kartons oder sogar an deinen Fingern herum, um das juckende Zahnfleisch zu beruhigen.
- Speicheln und Pföteln: Du bemerkst vermehrt feuchte Stellen um das Mäulchen herum, oder das Kätzchen reibt sich auffällig oft mit der Pfote über das Gesicht.
- Mundgeruch: Ein leicht metallischer oder unangenehmer Geruch aus dem Maul ist in dieser Zeit normal, da sich das Zahnfleisch durch die durchbrechenden Zähne leicht entzünden kann.
- Kopfschütteln: Die Katze schüttelt häufig den Kopf oder hält ihn beim Fressen leicht schief.
Wenn dein Kitten während des Zahnwechsels etwas ruhiger ist als sonst oder viel schläft, ist das erst einmal kein Grund zur Panik. Der Körper vollbringt in diesen Wochen Höchstleistungen. Sollte das Tier jedoch das Futter über einen längeren Zeitraum komplett verweigern oder lethargisch wirken, ist ein Besuch in der Tierarztpraxis ratsam.
Wie du deinem Kitten beim Zahnwechsel helfen kannst
Wenn du merkst, dass dein kleiner Schatz unter dem Druck im Kiefer leidet, kannst du ihm mit ein paar einfachen Kniffen den Alltag deutlich erleichtern. Am wichtigsten ist es, in dieser Zeit für Linderung am Zahnfleisch zu sorgen.
Hier sind die besten Tipps für geplagte Katzenkinder:
- Weiches Futter anbieten: Wenn das Kauen schwerfällt, steige komplett auf feuchtes Nassfutter um. Du kannst das Futter zusätzlich mit einem kleinen Schluck lauwarmem Wasser zu einem weichen Brei verrühren, den das Kitten einfach auflecken kann.
- Kauspielzeug bereitstellen: Es gibt spezielles Kauspielzeug für Kitten aus weichem Gummi oder Stoff. Wenn du dieses Spielzeug vor dem Spielen für eine Weile in den Kühlschrank legst, kühlt es das strapazierte Zahnfleisch und lindert den Juckreiz beim Kauen (Passendes, kühlbares Kauspielzeug für Kitten findest du beispielsweise auf Amazon).
- Trockenfutter einweichen: Falls dein Kitten partout kein Nassfutter mag, weiche die harten Trockenfutterbrocken mit etwas Wasser auf, damit sie ohne großen Druck im Maul zerdrückt werden können.
Vorsicht vor persistierenden Milchzähnen
Manchmal läuft in der Natur nicht alles nach Plan. Ein häufiges Problem beim Zahnwechsel ist die sogenannte Persistenz der Milchzähne. Das bedeutet, dass der Milchzahn einfach fest im Kiefer sitzen bleibt, obwohl der bleibende Zahn direkt daneben schon herauswächst. Das sieht im Mäulchen dann oft aus wie eine doppelte Zahnreihe, besonders häufig bei den langen Fangzähnen.
Wenn der Milchzahn nicht rechtzeitig ausfällt, blockiert er den Platz für den neuen Zahn. Das kann zu schmerzhaften Fehlstellungen des Gebisses führen, das Zahnfleisch dauerhaft entzünden oder dazu beitragen, dass die Zähne später schief stehen und das Kauen behindern. Wenn dir so ein Doppelzahn im Maul deines Kittens auffällt und dieser sich nach zwei Wochen nicht von alleine gelöst hat, sollte ein Tierarzt einen Blick darauf werfen. Oft muss der hartnäckige Milchzahn dann unter einer kurzen Narkose gezogen werden.
Fazit: Ein Meilenstein im Leben deiner Katze
Der Zahnwechsel ist für dein Kätzchen eine intensive Phase, die jedoch in den allermeisten Fällen völlig natürlich und unbemerkt an dir vorbeigeht. Indem du das Fressverhalten in diesen Wochen genau beobachtest, deinem Liebling weiches Futter anbietest und das Mäulchen ab und zu kontrollierst, bist du bestens vorbereitet. Mit ein wenig Geduld und dem passenden Kauspielzeug hat dein Kitten den Wechsel von den nadelspitzen Milchzähnen zum kräftigen Erwachsenengebiss im Nu gemeistert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was passiert, wenn die Katze einen Milchzahn verschluckt?
Das ist absolut harmlos und der Regelfall. Die winzigen Zähnchen werden beim Fressen meistens einfach mit der Nahrung heruntergeschluckt und auf ganz natürlichem Weg wieder ausgeschieden. Du musst dir also keine Sorgen machen, wenn du während des Zahnwechsels keine Zähne in der Wohnung findest.
Bluten Katzen beim Zahnwechsel?
Ja, ein paar kleine Blutstropfen sind völlig normal. Wenn ein Milchzahn ausfällt, kann das Zahnfleisch kurzzeitig etwas bluten. Oft bemerken Halter das an minimalen roten Flecken auf dem Lieblingsspielzeug oder am Kratzbaum. Die Blutung stoppt im gesunden Katzenmaul jedoch innerhalb weniger Minuten von alleine.
Gibt es noch mehr spannende Fakten über die Anatomie von Kitten?
Absolut. Das Katzenmäulchen verändert sich in den ersten Monaten rasant, aber wie sieht es eigentlich mit den Augen aus? Viele Halter fragen sich beim genauen Betrachten ihres Kittens zum Beispiel, ob die kleinen Samtpfoten Haare am Augenlid haben. Die Antwort darauf erfährst du in unserem Artikel Haben Katzen Wimpern? Die überraschende Wahrheit und warum du sie nicht siehst.
Darf ich dem Kätzchen während des Zahnwechsels Knochen oder harte Leckerlis geben?
Nein, darauf solltest du in dieser Phase lieber verzichten. Zu harte Gegenstände oder getrocknete Kauartikel können den lockeren Milchzähnen schmerzhafte Risse zufügen oder das ohnehin schon gereizte Zahnfleisch verletzen. Setze stattdessen lieber auf nachgiebige Spielzeuge aus Gummi.







