Welche Hunderassen sabbern viel? Liste, Ursachen und Unterschiede im Alltag

Wer sich mit der Anschaffung eines Hundes beschäftigt, denkt oft an Größe, Charakter oder Bewegungsdrang. Ein Punkt wird dabei jedoch häufig unterschätzt: das Sabbern.

Während es bei manchen Hunden kaum auffällt, gehört es bei anderen ganz selbstverständlich dazu. Bei bestimmten Rassen kann es passieren, dass Speichel regelmäßig aus dem Maul läuft – beim Entspannen, beim Spazierengehen oder sogar einfach im Alltag.

Das ist kein Zufall, sondern hat meist klare körperliche Ursachen, die direkt mit der Rasse zusammenhängen. Genau deshalb lohnt es sich, vorab zu wissen, welche Hunde stärker sabbern und warum das so ist.

In diesem Artikel zeige ich dir, welche Hunderassen besonders viel sabbern, woran du das früh erkennst und worauf du im Alltag achten solltest.

Kurz erklärt: Welche Hunderassen sabbern besonders viel?

Einige Hunderassen sabbern deutlich mehr als andere – und das liegt meist nicht am Verhalten, sondern an ihrer Anatomie.

Typischerweise betrifft das vor allem:

  • große Hunderassen mit ausgeprägten Lefzen (Lippen)
  • Hunde mit lockerem oder unvollständigem Lippenschluss
  • Rassen mit viel Haut und tief hängenden Mundwinkeln

Zu den bekanntesten stark sabbernden Hunden gehören unter anderem:

  • Bernhardiner
  • Berner Sennenhund
  • Boxer
  • Bulldoggen
  • Mastiffs
  • Neufundländer

Bei diesen Hunden kann Speichel schlechter im Maul gehalten werden und läuft deshalb häufiger nach außen. Dieses Verhalten gehört bei diesen Rassen ganz selbstverständlich dazu.

Warum sabbern manche Hunderassen mehr?

Der wichtigste Punkt vorweg: Starkes Sabbern ist bei vielen Hunden keine Gewohnheit, sondern eine körperliche Eigenschaft.

Bestimmte Hunderassen wurden über viele Generationen so gezüchtet, dass sie ausgeprägte Lefzen, lose Hautpartien und tief hängende Mundwinkel haben. Genau diese Merkmale sorgen dafür, dass Speichel schlechter im Maul gehalten werden kann.

Bei Hunden mit straffem Lippenschluss bleibt der Speichel größtenteils im Maul. Bei Hunden mit lockeren Lefzen sammelt sich der Speichel dagegen in den Wangen und läuft leichter nach außen ab. Je ausgeprägter diese Anatomie ist, desto sichtbarer wird das Sabbern im Alltag.

Hinzu kommt, dass viele dieser Rassen auch insgesamt größere Maulbereiche haben. Dadurch kann sich mehr Speichel ansammeln, der dann nicht vollständig im Maul gehalten wird.

Wichtig ist dabei zu verstehen: Das Sabbern entsteht nicht „ohne Grund“, sondern basiert immer auf den gleichen körperlichen Prozessen, die bei jedem Hund ablaufen. Wenn du tiefer verstehen möchtest, warum Hunde überhaupt sabbern und welche Funktionen dahinterstecken, kannst du dir auch den Artikel Warum sabbern Hunde? anschauen.

Woran erkennt man Hunde, die viel sabbern?

Ob ein Hund viel sabbert, lässt sich oft schon auf den ersten Blick erkennen – wenn man weiß, worauf man achten muss.

Ein zentrales Merkmal sind die sogenannten Lefzen, also die Lippen des Hundes. Je größer, lockerer und tiefer diese herunterhängen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund stärker sabbert. Bei vielen stark sabbernden Rassen sind die Mundwinkel deutlich nach unten gezogen und der Lippenschluss ist nicht vollständig.

Auch die Kopfform spielt eine Rolle. Hunde mit breitem Schädel, kurzer Schnauze oder ausgeprägten Hautfalten im Gesichtsbereich neigen häufiger dazu, Speichel nicht vollständig im Maul zu halten. Der Speichel sammelt sich dann in den Wangen und läuft bei Bewegung oder im Ruhezustand nach außen.

Ein weiteres Indiz ist die Größe des Hundes. Viele große und schwere Hunderassen haben eine ausgeprägtere Maulstruktur, wodurch Sabbern häufiger auftritt. Das bedeutet nicht, dass kleine Hunde nie sabbern – aber deutlich seltener und meist weniger auffällig.

Wichtig ist dabei: Diese Merkmale sind kein „Fehler“, sondern rassetypisch. Wenn ein Hund viel sabbert, liegt das in den meisten Fällen an seiner Anatomie und nicht daran, dass etwas nicht stimmt.

Gerade wenn du dir unsicher bist, lohnt es sich, genau hinzuschauen oder sich Bilder und Videos der jeweiligen Rasse anzusehen. So bekommst du ein realistisches Gefühl dafür, wie stark das Sabbern im Alltag tatsächlich ist.

Hunderassen, die besonders viel sabbern

Einige Hunderassen sabbern deutlich mehr als andere. Der Grund dafür liegt fast immer in der Anatomie des Kopfes, insbesondere in der Form der Lefzen und der Größe des Maulbereichs. Je lockerer die Lippen und je größer die Maulpartie, desto schwerer kann Speichel im Maul gehalten werden.

Wichtig ist dabei: Das Sabbern zeigt sich nicht bei jeder Rasse gleich. Bei manchen Hunden tritt es nur in bestimmten Situationen auf, bei anderen gehört es dauerhaft zum Alltag. Genau diese Unterschiede zeigen sich besonders deutlich, wenn man sich einzelne Hunderassen genauer anschaut.

Bernhardiner

Der Bernhardiner ist eine der bekanntesten Hunderassen, wenn es um starkes Sabbern geht. Durch seine sehr großen, lockeren Lefzen sammelt sich viel Speichel im Maul, der leicht nach außen läuft.

Typisch ist, dass das Sabbern nicht nur in bestimmten Situationen auftritt, sondern auch im Ruhezustand. Besonders nach dem Trinken oder wenn sich der Hund schüttelt, verteilt sich Speichel oft im direkten Umfeld.

Alltagseinschätzung: Starkes und regelmäßiges Sabbern, auch ohne Auslöser

Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund sabbert in der Regel weniger stark als ein Bernhardiner, gehört aber dennoch zu den Rassen mit erhöhter Sabberneigung. Die Lefzen sind weniger ausgeprägt, aber dennoch locker genug, um Speichel nach außen treten zu lassen.

Das Sabbern zeigt sich häufig situativ, zum Beispiel bei Wärme, Bewegung oder Aufregung. Im entspannten Zustand kann es dagegen deutlich weniger auffallen.

Alltagseinschätzung: Moderates Sabbern, abhängig von Situation und Aktivität

Boxer

Beim Boxer ist das Sabbern stärker an bestimmte Situationen gebunden. Durch die Kopfform und die Lefzen kann Speichel nicht immer vollständig im Maul gehalten werden, vor allem bei erhöhter Aktivität.

Viele Boxer sabbern besonders dann, wenn sie sich freuen, spielen oder Futter erwarten. Im ruhigen Alltag ist es oft weniger ausgeprägt als bei klassischen „Sabberrassen“.

Alltagseinschätzung: Situatives Sabbern, besonders bei Aufregung oder Bewegung

Bulldoggen (z. B. Englische Bulldogge)

Bulldoggen haben eine sehr spezielle Kopfform mit kurzer Schnauze, Hautfalten und tief hängenden Mundwinkeln. Diese Kombination begünstigt, dass Speichel leichter aus dem Maul austritt.

Zusätzlich kann sich Speichel in den Falten sammeln, was im Alltag häufiger sichtbar wird. Gerade bei Wärme oder nach körperlicher Aktivität nimmt das Sabbern oft zu.

Alltagseinschätzung: Regelmäßiges Sabbern, oft gut sichtbar im Alltag

Mastiffs

Mastiffs gehören zu den Hunden mit der stärksten Sabberneigung. Durch ihre sehr ausgeprägten Lefzen und das große Maulvolumen kann Speichel kaum vollständig im Maul gehalten werden.

Bei vielen Hunden dieser Rasse tritt das Sabbern unabhängig von der Situation auf und ist dauerhaft präsent.

Alltagseinschätzung: Starkes, kontinuierliches Sabbern

Neufundländer

Der Neufundländer sabbert vor allem aufgrund seiner Größe und der Maulstruktur. Die Lefzen sind deutlich ausgeprägt, wodurch sich Speichel ansammeln und leicht austreten kann.

Besonders auffällig ist das Sabbern nach dem Trinken oder bei Bewegung. Im Vergleich zu Mastiffs kann es etwas situativer sein, ist aber dennoch deutlich wahrnehmbar.

Alltagseinschätzung: Deutliches Sabbern, besonders in typischen Alltagssituationen

Wichtiger Hinweis zur Einordnung: Auch innerhalb einer Rasse gibt es Unterschiede. Nicht jeder Hund sabbert gleich stark, selbst wenn die genetische Veranlagung vorhanden ist. Trotzdem solltest du dich bei diesen Rassen darauf einstellen, dass Sabbern zum Alltag gehört und sich nicht vollständig vermeiden lässt.

Welche Hunderassen sabbern wenig oder kaum?

Viele Menschen suchen nicht nur nach stark sabbernden Hunden, sondern stellen sich eine ganz praktische Frage: Mit welchen Hunden bleibt der Alltag möglichst „trocken“ und unkompliziert?

Die Antwort liegt – wie bei stark sabbernden Hunden – vor allem in der Anatomie.

Hunde, die wenig sabbern, haben in der Regel:

  • einen straffen Lippenschluss, bei dem die Lippen sauber anliegen
  • eine schmalere Maulform, in der sich weniger Speichel sammelt
  • deutlich weniger ausgeprägte Lefzen und Hautfalten im Gesichtsbereich

Dadurch bleibt der Speichel dort, wo er hingehört: im Maul. Selbst wenn der Hund hechelt oder frisst, tritt deutlich weniger Flüssigkeit nach außen.

Typische Hunderassen, bei denen Sabbern im Alltag kaum auffällt, sind zum Beispiel:

  • Pudel
  • Chihuahua
  • Dackel
  • Border Collie
  • Australian Shepherd

Wichtig ist dabei jedoch, nicht nur auf die Rasse zu schauen, sondern auch auf das Verhalten und die Situation. Auch Hunde, die grundsätzlich wenig sabbern, können in bestimmten Momenten mehr Speichel produzieren – etwa bei großer Aufregung, Hitze oder in Erwartung von Futter.

Der Unterschied liegt im Detail:
Bei diesen Hunden bleibt der Speichel meist im Maul oder trocknet schnell ab, statt sichtbar herauszulaufen. Du hast also keinen dauerhaft „nassen“ Begleiter, sondern höchstens situative Feuchtigkeit.

Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird:
Wenig sabbern bedeutet nicht automatisch „pflegeleicht“ in allen Bereichen. Manche dieser Rassen haben andere Anforderungen, zum Beispiel ein höheres Energielevel oder mehr Pflegebedarf im Fell. Sabbern ist also nur ein Baustein in der Gesamtentscheidung.

Und ganz wichtig:
Komplett sabberfreie Hunde gibt es nicht. Jeder Hund produziert Speichel – das ist lebenswichtig für Verdauung, Maulgesundheit und Temperaturregulation. Entscheidend ist lediglich, ob dieser Speichel im Alltag sichtbar wird oder nicht.

Wenn du Wert auf ein möglichst sauberes Umfeld legst, lohnt es sich, genau auf diese anatomischen Merkmale zu achten. Sie sind der verlässlichste Hinweis darauf, wie „sabberintensiv“ dein zukünftiger Alltag wirklich sein wird.

Kann man das Sabbern bei Hunden beeinflussen?

Die klare Antwort vorweg: Rassebedingtes Sabbern lässt sich nicht abstellen.

Wenn ein Hund aufgrund seiner Anatomie zu vermehrtem Sabbern neigt, gehört das zu seinem natürlichen Erscheinungsbild. Die Form der Lefzen, die Größe des Mauls und der Lippenschluss sind genetisch festgelegt. Das bedeutet: Training oder Erziehung haben darauf keinen Einfluss.

Was du jedoch beeinflussen kannst, ist der Umgang damit im Alltag.

Ein wichtiger Punkt sind typische Auslöser. Hitze, körperliche Aktivität und emotionale Erregung führen dazu, dass Hunde mehr hecheln – und damit auch mehr Speichel produzieren. Gerade bei Hunden mit lockeren Lefzen kann dieser Speichel nicht vollständig im Maul gehalten werden und tritt sichtbar nach außen.

Im Alltag zeigt sich das besonders in bestimmten Momenten:

  • nach dem Trinken (häufig starkes Nachsabbern)
  • beim Aufstehen oder Schütteln
  • beim Spazierengehen oder Spielen
  • in Erwartung von Futter

Wenn du diese Situationen kennst, kannst du dich darauf einstellen und entsprechend reagieren.

Viele Halter entwickeln mit der Zeit feste Routinen. Ein Handtuch in Reichweite, bestimmte Plätze im Zuhause oder ein kurzer „Check“ nach dem Trinken gehören bei stark sabbernden Hunden oft dazu. Das reduziert nicht das Sabbern selbst, aber den Aufwand im Alltag deutlich.

Auch die Umgebung spielt eine Rolle. Kühle Liegeflächen im Sommer oder ruhigere Abläufe in stressigen Situationen können dazu beitragen, dass dein Hund weniger stark hechelt und dadurch indirekt weniger sabbert.

Wichtig ist außerdem, Veränderungen richtig einzuordnen. Wenn dein Hund plötzlich deutlich mehr sabbert als üblich oder sich sein Verhalten verändert, solltest du aufmerksam werden. Denn auch wenn Sabbern oft harmlos ist, kann eine plötzliche Veränderung auf ein gesundheitliches Problem hinweisen.

Wenn du unsicher bist, ob das Sabbern noch im normalen Rahmen liegt oder abgeklärt werden sollte, findest du im Artikel Wie oft muss man mit dem Hund zum Tierarzt? eine gute Orientierung, wann ein Besuch sinnvoll ist.

Fazit: Sabbern ist bei manchen Rassen Teil des Gesamtpakets

Einige Hunderassen sabbern deutlich mehr als andere – und das ist kein Zufall, sondern eine direkte Folge ihrer körperlichen Merkmale. Vor allem große Hunde mit ausgeprägten Lefzen und lockerem Lippenschluss können Speichel nicht vollständig im Maul halten.

Wichtig ist, dass du dir vor der Anschaffung bewusst machst, was das im Alltag bedeutet. Sabbern tritt nicht nur gelegentlich auf, sondern oft in wiederkehrenden Situationen und manchmal auch ohne klaren Auslöser.

Wenn dich das grundsätzlich stört, solltest du gezielt nach Hunderassen suchen, bei denen dieses Thema weniger ausgeprägt ist. Denn im Gegensatz zu Verhalten lässt sich Sabbern nicht „wegtrainieren“, sondern gehört bei bestimmten Hunden einfach dazu.

Wenn du weißt, was dich erwartet, wird das Sabbern im Alltag schnell zur Nebensache. Mit der Zeit wirst du automatisch Wege finden, damit entspannt umzugehen. Am Ende ist Sabbern kein Problem, sondern einfach eine Eigenschaft – genau wie viele andere rassetypische Merkmale auch.

FAQ: Häufige Fragen zu sabbernden Hunden

Sabbern alle großen Hunde automatisch mehr?
Nein. Die Größe allein ist nicht entscheidend. Wichtiger ist die Form der Lefzen und der Lippenschluss. Viele große Hunde sabbern stärker, aber es gibt auch Ausnahmen.

Kann man einem Hund das Sabbern abgewöhnen?
Nein. Wenn das Sabbern körperlich bedingt ist, lässt es sich nicht durch Training verändern. Du kannst nur den Umgang damit im Alltag anpassen.

Gibt es Hunde, die gar nicht sabbern?
Nein, jeder Hund produziert Speichel. Es gibt jedoch viele Rassen, bei denen das Sabbern kaum sichtbar ist, weil der Lippenschluss gut funktioniert.

Ist starkes Sabbern immer normal?
Bei bestimmten Rassen ja. Wenn sich das Sabbern jedoch plötzlich verändert oder ungewöhnlich stark wird, solltest du genauer hinschauen und mögliche Ursachen abklären lassen.